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Montag, 4. September 2006

Es reden die Gedanken insgesamt

In einem der Bücher über die Liebe schlechthin, einem meiner Lieblingsbücher, der "Vita Nova", schreibt Dante über das Gefühl des Verliebtseins:

"Es reden die Gedanken insgesamt
von Liebe, doch verschieden ist ihr Meinen.
Der rät, ich möge ihre Macht verneinen,
und jener spricht von ihrem hohen Amt.

Der bringt mir Süße, die aus Hoffnung stammt;
ein andrer wieder macht mich oftmals weinen.
Es kann nur Flehn um Mitleid sie vereinen,
doch bebt vor Furcht es, die im Herzen flammt.

Drum weiß ich nicht, was irgend mir noch nütze.
Ich möchte reden und weiß doch nicht was,
und muss an Liebeswirrnis mich gewöhnen.

Doch wenn mit allen ich mich will versöhnen,
so muss ich meine Feindin anflehn, dass
Frau Gnade mich in ihrer Huld beschütze."

Schön, oder?!

Meine eigene Dichtkunst hat leider nie auch nur annähernd so weit gereicht. Sie hat die holde Damenwelt zumeist ebenso wenig beeindruckt wie meine Kenntnis schöner Sonette von begnadeteren Schreibern wie Dante, Shakespeare oder anderen. Im Gegenteil: Dichten und Gedichte scheinen antiquiert zu sein und einen eher merkwürdigen Eindruck vom "modernen Mann" zu vermitteln.

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