Der Geist und die Frühlingsrolle
Geschichten aus dem Kino
Heute: Der Geist und die Frühlingsrolle
Es ist schon eine Weile her und der Film entsprechend alt. Zusammen mit einem damaligen Bekannten besuchte ich vor etwa zehn Jahren das Central-Kino im beschaulichen Neheim-Hüsten, wo wir uns "Der Geist und die Dunkelheit" anschauen wollten.
Das Central-Kino ist klein, hat gerade einmal zwei Säle und nur eine Kasse, die vor der Eingangstür ins Kino liegt und mit Beginn der Vorstellungen üblicherweise nicht mehr besetzt ist. Ich erwähne das so kleinteilig, weil es im Weiteren noch von Bedeutung sein wird.
Schon während des Vorprogramms mit all den unvergessenen Klassikern des lokalen Werbetreibens in Neheim-Hüsten drückte mir der Bauch. Und quasi noch bevor die Löwen auf der Leinwand ihr erstes Opfer reißen konnten (dem Film liegt ja die wahre Begebenheit um zwei Raubkatzen zugrunde, die in Afrika anno 1898 insgesamt 130 Menschen getötet haben) wurde dieses Drücken so intensiv, dass ich mich entschloss, die Toilette aufzusuchen.
Ich habe keine Ahnung, warum ich von nur zwei möglichen Richtungen zur Toilette ausgerechnet jene wählte, die mich aus dem Kino heraus wieder zur Kasse führte. Wahrscheinlich hatte es mir auch aufs Hirn gedrückt. Da draußen gab es bekanntermaßen nämlich weder ein Klo noch saß um die Zeit noch jemand im Kassenhäuschen.
Dieser Parameter wurde ich mir jedoch erst in dem Moment bewusst, als die Tür zurück ins Kino gerade ins Schloss gefallen war. So stand ich da, mit fiesen Bauchschmerzen, vor einer verschlossenen Tür und niemand in der Nähe, der mich wieder hätte hereinlassen können.
Was also tun?! Weil die drängendste Frage eindeutig und nach wie vor die nach einem stillen Örtchen war, galt es, außerhalb des Kinos und möglichst schnell ein solches zu finden. In meiner Not kam mir das nahe gelegene China-Restaurant in den Sinn, das ich nach kurzem Fußweg erreichte und sodann betrat.
Weil ein China-Restaurant aber (selbstverständlich!) keine öffentliche Toilette ist sondern ein gastronomischer Betrieb, verlangte die chinesische Bedienung von mir in gebrochenem Deuscth denn auch zu wissen: "Was wolle essen?!" - "Ich möchte nichts essen. Ich müsste nur bitte mal zur Toilette!" Meine Antwort schien nicht zufrieden zu stellen, die Bedienung blieb hart und erwiderte: "Kein Essen, kein Toilette!"
Um die Sache abzukürzen und ohne auch nur einen Blick in die Speisekarte zu werfen, bestellte ich also eine Frühlingsrolle (zum Mitnehmen), was mir endlich Zutritt zum Ort der Erleichterung verschaffte. Anschließend zahlte ich ordnungsgemäß und ging zurück zum Kino.
Dort angekommen hatte ich Glück, das gerade jemand den Saal verließ, den Flur betrat und auf mein Klopfen und Rufen aufmerksam wurde. Man öffnete mir, so dass ich schließlich wieder ins Kino und in "meinen" Film konnte.
Circa 115 Menschen hatten die Löwen zu dem Zeitpunkt bereits gerissen. Meinem Bekannten war irgendwie völlig entgangen, dass ich überhaupt (so lange) weg gewesen war. Genau genommen registrierte er meine Rückkehr vor allem des Geruchs wegen, der einer kleinen Tüte entströmte, die ich nun bei mir trug ...:
"Was riecht denn da so?!"
"Och das ... Ist nur eine Frühlingsrolle!"
"Seit wann gibt's denn hier im Central Frühlingsrollen?!"
"Also das ist jetzt eine längere Geschichte ..."
Obwohl ich an dem Abend vom Film nur wenig mitbekommen habe (erst Jahre später habe ich ihn komplett gesehen), ist er mir vor allem ob seiner kuriosen "Nebenhandlung" bis heute allerbestens in Erinnerung geblieben. ;-)
Heute: Der Geist und die Frühlingsrolle
Es ist schon eine Weile her und der Film entsprechend alt. Zusammen mit einem damaligen Bekannten besuchte ich vor etwa zehn Jahren das Central-Kino im beschaulichen Neheim-Hüsten, wo wir uns "Der Geist und die Dunkelheit" anschauen wollten.
Das Central-Kino ist klein, hat gerade einmal zwei Säle und nur eine Kasse, die vor der Eingangstür ins Kino liegt und mit Beginn der Vorstellungen üblicherweise nicht mehr besetzt ist. Ich erwähne das so kleinteilig, weil es im Weiteren noch von Bedeutung sein wird.
Schon während des Vorprogramms mit all den unvergessenen Klassikern des lokalen Werbetreibens in Neheim-Hüsten drückte mir der Bauch. Und quasi noch bevor die Löwen auf der Leinwand ihr erstes Opfer reißen konnten (dem Film liegt ja die wahre Begebenheit um zwei Raubkatzen zugrunde, die in Afrika anno 1898 insgesamt 130 Menschen getötet haben) wurde dieses Drücken so intensiv, dass ich mich entschloss, die Toilette aufzusuchen.
Ich habe keine Ahnung, warum ich von nur zwei möglichen Richtungen zur Toilette ausgerechnet jene wählte, die mich aus dem Kino heraus wieder zur Kasse führte. Wahrscheinlich hatte es mir auch aufs Hirn gedrückt. Da draußen gab es bekanntermaßen nämlich weder ein Klo noch saß um die Zeit noch jemand im Kassenhäuschen.
Dieser Parameter wurde ich mir jedoch erst in dem Moment bewusst, als die Tür zurück ins Kino gerade ins Schloss gefallen war. So stand ich da, mit fiesen Bauchschmerzen, vor einer verschlossenen Tür und niemand in der Nähe, der mich wieder hätte hereinlassen können.
Was also tun?! Weil die drängendste Frage eindeutig und nach wie vor die nach einem stillen Örtchen war, galt es, außerhalb des Kinos und möglichst schnell ein solches zu finden. In meiner Not kam mir das nahe gelegene China-Restaurant in den Sinn, das ich nach kurzem Fußweg erreichte und sodann betrat.
Weil ein China-Restaurant aber (selbstverständlich!) keine öffentliche Toilette ist sondern ein gastronomischer Betrieb, verlangte die chinesische Bedienung von mir in gebrochenem Deuscth denn auch zu wissen: "Was wolle essen?!" - "Ich möchte nichts essen. Ich müsste nur bitte mal zur Toilette!" Meine Antwort schien nicht zufrieden zu stellen, die Bedienung blieb hart und erwiderte: "Kein Essen, kein Toilette!"
Um die Sache abzukürzen und ohne auch nur einen Blick in die Speisekarte zu werfen, bestellte ich also eine Frühlingsrolle (zum Mitnehmen), was mir endlich Zutritt zum Ort der Erleichterung verschaffte. Anschließend zahlte ich ordnungsgemäß und ging zurück zum Kino.
Dort angekommen hatte ich Glück, das gerade jemand den Saal verließ, den Flur betrat und auf mein Klopfen und Rufen aufmerksam wurde. Man öffnete mir, so dass ich schließlich wieder ins Kino und in "meinen" Film konnte.
Circa 115 Menschen hatten die Löwen zu dem Zeitpunkt bereits gerissen. Meinem Bekannten war irgendwie völlig entgangen, dass ich überhaupt (so lange) weg gewesen war. Genau genommen registrierte er meine Rückkehr vor allem des Geruchs wegen, der einer kleinen Tüte entströmte, die ich nun bei mir trug ...:
"Was riecht denn da so?!"
"Och das ... Ist nur eine Frühlingsrolle!"
"Seit wann gibt's denn hier im Central Frühlingsrollen?!"
"Also das ist jetzt eine längere Geschichte ..."
Obwohl ich an dem Abend vom Film nur wenig mitbekommen habe (erst Jahre später habe ich ihn komplett gesehen), ist er mir vor allem ob seiner kuriosen "Nebenhandlung" bis heute allerbestens in Erinnerung geblieben. ;-)
magic.hb - 13. Sep, 01:11
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Steffi2001 - 14. Sep, 08:45
Ganz grandiose Geschichte. Vor allem dieses "Och, nur eine Frühlingsrolle...." Sei froh, dass es ein Chinese war bzw. ein Restaurant. Ich stell mir gerade eine Alternative vor.
"Was hast du denn da dabei?"
"Och, nur einen Motorroller ..."
"Was hast du denn da dabei?"
"Och, nur einen Motorroller ..."

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